Salon Babylon – Warum?!

In unserer Zeit der totalen Überflutung mit Bildern und Worten aus zweiter und dritter Hand, in der die Medien uns pausenlos mit beliebig zusammengemischten und – geklebten Inhalten aller Art bombardieren, versucht der SALON BABYLON einen Gegenakzent zu setzen zugunsten von Authentizität und kreativem Austausch.  Was im SALON BABYLON präsentiert wird, ist nicht immer medientauglich und auf bequem konsumierbare Art serviert. Aber es ist ehrliche und erlebbare Kleinkunst, vom Kleinkünstler persönlich auf einer Bühne präsentiert, von welcher er danach herabsteigt und sich im Rahmen des sich an das Programm anschließenden SALON BABYLON ansprechbar zeigt.  Hier ist auch Raum für den Austausch unter Kleinkünstlern, durch den im SALON BABYLON schon manche Frucht vom Baum der kreativen Zusammenarbeit geerntet werden konnte. Unsere heutige Gesellschaft ist baylonisch in dem Sinne, daß sie als eine unüberschaubare Fülle von menschlichen Möglichkeiten erscheint. Es gibt so unterschiedliche und gegensätzliche Meinungen, Weltanschauungen, Tätigkeiten und Lebensarten, dass eine sinnvolle Verständigung oft unmöglich und bestenfalls auch nicht notwendig ist.  Die Kleinkunst aber ist der Oberbegriff für etwas, dass jemand auf einer kleinen Bühne präsentiert, damit es von einem Publikum wahrgenommen und nach Möglichleit verstanden wird. Inhaltlich werden ihr die Grenzen nur durch die Kleinheit der Bühne gesetzt. Kleinkunst ist universell und spannt den Bogen von der Literatur zum Theater, von der Musik zur Pantomime, ja sogar die bildende Kunst gehört auf die Bühne, wenn ein Künstler ein Bild oder eine Skulptur oder eine Konzept‐Idee mitbringen und dazu etwas sagen will. Oder singen, oder tanzen.  Durch ihre unüberschaubare Vielfalt reflektiert die Kleinkunst das babylonische Chaos der Welt, in der so viele Menschen sich nicht mehr verstehen, so als würden sie verschiedene und überhaupt nicht verwandte Sprachen sprechen. Aber durch ihre jeweils eigene Ausdrucks‐Sprache, durch ihren Brückenschlag des Künstlers zum Publikum kann sie ein Beitrag sein, das babylonische Chaos des Nichtverstehens ein bißchen zu bändigen.